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Erbliche Augenerkrankung (gPRA) beim Chihuahua
In jüngster Zeit sind leider vereinzelt Fälle von gPRA (generalisierte progressive Retina Atrophie) beim Chihuahua aufgetreten. Dieses erbliche Augenleiden, bei dem die Zäpfchen und Stäbchen der Netzhaut zerstört werden, führt im Endstadium immer zu Blindheit. Durch die verstärkte Lichtreflexion im Innern der Augen kommt es zur Erweiterung der Pupillen und Eintrübung der Augenlinse. Die betroffenen Hunde sehen anfangs bei Nacht und Dämmerlicht (Nachtblindheit) nur eingeschränkt, später zeigen sich auch bei Tageslicht Sehschwächen (unsicheres Verhalten) mit fortschreitendem Verlauf bis zur Blindheit.
Es gibt verschiedene Formen der gPRA. Sie unterscheiden sich in den einzelnen Rassen durch den unterschiedlichen Krankheitsbeginn und durch die Dauer von Krankheitsbeginn bis zur Blindheit. Bei Collie, irischer Setter, norwegischer Elchhund und Zwergschnauzer wurde z.B. ein früher Erkrankungsbeginn beobachtet. Ein späterer Krankheitsbeginn zeigt sich bei Zwergpudel, englischen und amerikanischen Cocker Spaniel und Labrador Retriever. gPRA-Anlageträgern dieser Rassen sieht man in ihrer frühen Entwicklung die Erkrankung nicht an. Sie sind noch frei von Symptomen. Die Erkrankung entwickelt sich bei diesen Hunden erst nach der Fortpflanzungsreife. In einigen Rassen, wie z.B. den Minischnauzern, Saarloos, Teckeln und Zwergpudeln, werden unterschiedliche gPRA-Formen beobachtet. Daher ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass in diesen Rassen zwei verschiedene gPRA-verursachende Mutationen vorkommen. Beim Chihuahua ist bislang bei den betroffenen Tieren die Erkrankung im erwachsenen Alter aufgetreten (ca. 1 ½ Jahre).
Die Diagnose "gPRA" wird durch eine augenärztliche Untersuchung gestellt. Bis auf wenige Ausnahmen ist die gPRA in allen Hunderassen nach jetzigem Kenntnisstand eine autosomal rezessive Erkrankung. Ein erkrankter Welpe muss also jeweils ein defektes Gen von Vater und Mutter erhalten haben, d.h. beide Elternteile eines erkrankten Tieres tragen ein defektes Gen (sind aber nicht selbst erkrankt) oder sind selbst an gPRA erkrankt (besitzen also ein Defektgenpaar).
Um eine Ausbreitung dieses erblichen Augenleidens bereits im Keim zu ersticken, wäre es wichtig, alle Genträger rechtzeitig zu erkennen und aus der Zucht zu nehmen.
Daher meine Bitte an alle, denen die Zucht „gesunder“ Chihuahuas am Herzen liegt: lassen Sie freiwillig Ihre Zuchttiere auf gPRA untersuchen, insbesondere, wenn Sie irgendwelche Sehstörungen am Hund feststellen oder Veränderungen an den Augen (Trübungen, Pupillenweitungen etc.). Die Untersuchung sollte möglichst von einem Tierarzt, der dem Dortmunder Kreis (DOK) angehört, durchgeführt werden. Stellt sich ein Hund als erkrankt heraus, ist aufgrund des Erbganges anzunehmen, dass beide Elterntiere Defektgenträger sind. In dem Falle sollten neben den erkrankten Tieren auch die Elterntiere aus der Zucht genommen werden und so viele Verwandte wie möglich auf gPRA untersucht werden.
Bitte informieren Sie auch die Zuchtleitung entsprechend.
Auch die Käufer möchte ich bitten, entsprechende Fälle an die Zuchtleitung und Züchter zu melden! Nur wenn man als Züchter mitbekommt, wo Probleme auftreten, kann man auch Gegenmaßnahmen ergreifen.
Ich möchte keine Panik schüren, denn es sind bisher wirklich nur ganz vereinzelte Fälle aufgetreten, doch sollte man auch nicht getrost abwarten, bis sich das Leiden wie in anderen Rassen stark verbreitet hat. Ein fleißiger Deckrüde kann unter Umständen den ganzen Bestand verseuchen.
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