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D-Wurf-Protokoll
Judy hat am 8. Dezember 2005 vier Mädchen bekommen. Am 7. Dezember in der Nacht, es war der 61. Tag, fiel um 22.00 Uhr die Temperatur auf 36,4 °C ab, um 24.00 Uhr war die Temperatur immer noch auf 36,5 ° C, also ging ich davon aus, dass es mindestens noch 8 Stunden bis zu den Presswehen hin sind, zumal sie beim letzten Mal ja auch Stunden lang mit den Vorwehen zu tun hatte. Judy war (was ganz normal ist) sehr unruhig, hat mehrfach gekotet und gepinkelt und diverse Körbchen aufgesucht, gescharrt und um 1.00 Uhr auch angefangen zu hecheln, sie kam immer wieder zu mir zum Kraulen und ging dann wieder auf Wanderschaft, und kratzte mal in diesem, mal in jenem Körbchen. Ich hab dann das Licht abgeknipst, in der Hoffnung, dass sie dann etwas ruhiger wird und mich auch erstmal hingelegt, allerdings ohne zu schlafen, immer ein Ohr beim Geschehen. Anika und Chiqui haben bei mir im Wohnzimmer geschlafen, ich wollte sie erst zu Peter ins Schlafzimmer rüber tun, wenn es richtig los geht.
Irgendwann gegen 3.30 Uhr ist Anika aufgesprungen und herumgelaufen, Judy war zu der Zeit lautlos unter meinem Bett im Körbchen. Dadurch, dass Anika herumgeisterte, knurrte Judy sie zwei mal an. Ich hab daraufhin Anika zu Peter ins Schlafzimmer getan, was ihr gar nicht gepasst hat, als ich zurückkam, um nach Judy zu sehen, lagen bereits zwei Welpen drin, beide waren noch ganz nass und hatten noch die Nachgeburt in Judy, so dass sie an der ziemlich kurzen Nabelschnurr hingen. Wie die da zugleich bzw. kurz hintereinander rausgekommen sind, war mir ein Rätsel. Ich konnte auch nicht sehen, ob Mädi oder Bubi, denn ich hatte Angst, sie zu verletzten, da die Nabelschnurr so kurz und straff war und ich auch kaum rankam, weil Judy ständig leckte und mir zu verstehen gab, dass das ihre Sache ist. Die Nabelschnüre waren so ineinander verdreht, dass ich erst dachte, es sei nur eine einzige an der zwei Welpen hängen. Ich hab mir dann erstmal die Hände gewaschen und mit Sterillium desinfiziert und bis ich soweit war, war dann auch die erste Nachgeburt da und Judy fing an abzunabeln. Ich hab dann den ersten abgenabelten Welpen in die Hand genommen und siehe da, ein Mädchen, rot-wildfarben, sie wird Daikiri heißen. Vorsichtig zog ich an der zweiten Nabelschnur, die dann auch rausflutschte und sofort von Judy verspeist und das Baby abgenabelt wurde. Noch ein Mädel, schwarz (vermutlich mit tan), sie wird Dolores heißen. Ich nehm an, sie sind auch so geboren, wie die Nachgeburten rauskamen. Dann hab ich Judy versorgt mit Milch und etwas Yogitee, der wehenfördernd sein soll, und sauber gemacht, die ganze Familie in die Wurfkiste gepackt, ein paar Fotos gemacht und mich riesig über die zwei Mädels gefreut. Da alles so schnell ging, konnte ich nicht rechtzeitig ins Becken greifen, um zu sehen, ob da noch eins ist, was ich vermutete, da ich am Tag zuvor noch einen deutlichen dritten Herzton gehört habe. Aber wozu hab ich mein Stetoskop? Ja, da war ganz deutlich ein dritter Herzton zu hören, die andere Seite konnte ich nicht abhören, weil Judy seitlich lag und ich sie nicht wieder aufsprengen wollte, da sie grade so entspannt dalag mit den Welpen. Jetzt hatte sie erstmal eine Ruhepause verdient. Es war mittlerweile fast 5.00 Uhr, ich bin dann ins Schlafzimmer und hab Anika die Hände zum Schnuppern hingehalten, auch Bambi, beide waren sehr interessiert und aufgeregt. Anika wollte auf den Arm und dabei sind ihr tatsächlich Tränen aus den Augen gekullert und zu Boden getropft. Sie konnte nicht verstehen, dass ich sie im entscheidenden Moment nicht dabei haben wollte. Chiqui hat sich während der ganzen Geburt so ruhig verhalten, dass ich sie gar nicht mehr registriert habe, sie saß auf dem Sofa und zitterte, als ich ihr die Hände zum Schnuppern hinhielt ist sie entsetzt und verängstigt ans andere Ende gelaufen. Ja, tatsächlich, obwohl sie selbst schon Mami war, fürchtet sie sich vor Welpen, schon merkwürdig irgendwie. Ich denke, dass der Instinkt ihr sagt, dass sich selbst Rudelmitglieder während der ersten Tage der Geburt vom Wurflager fernzuhalten haben, um keine Streitigkeiten aufkommen zu lassen.
Ich bin dann Händewaschen gegangen und hab noch die Calcium-Frubiase aus dem Kühlschrank geholt und dabei ist Peter wach geworden und aufgestanden. Gar nicht neugierig, wollte er natürlich wissen, ob es schon los geht, und als ich ihm sagte, dass schon zwei angekommen sind, wollte er natürlich sie natürlich auch gleich sehen. So sind wir zusammen zu Judy gegangen. Beim Blikck in die Wurfkiste denke ich im ersten Moment, oh, doch beide rot, da seh ich noch zwei am Hintern von Judy rumwuseln, hat sie wieder zwei zugleich rausgedrückt und fix und fertig abgenabelt. Das zweite Schwarze mit deutlich tan wird Dunja heißen und das zweite rote-wildfarbene Dalida. Dalida hat sich sofort zur Milchbar begeben, wo Daikiri bereits festgesaugt war, wogegen Dunja am Hintereingang verzweifelt den Zugang suchte, Dolores schien schon satt zu sein.
Die Geburtsgewichte lagen zwischen 145 g und 165 g.
Ich bin sehr sehr stolz auf meine Judy, die auch diese Geburt super gemeistert hat, sie ist jetzt richtig erwachsen, sie wollte alles ganz alleine machen und zwar perfekt.
Und natürlich auch ein dickes Dankeschön an Xantos, den Papa, für den tollen Job! :).
Jetzt hoffe, ich, dass alle gesund und munter aufwachsen und eine dabei ist, die ich selbst behalten werde.
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